So jetzt erst einmal ein paar Zeilen zum Grundgedanken der Geschichte.


Ausgangspunkt war die Frage, inwieweit der heutige Mensch in der Lage ist, in außergewöhnlichen Situationen zu überleben und wie sich Sozialverhalten entwickelt, wenn alle bekannten Werte mit einem Schlag keine Gültigkeit mehr haben. Wie Verhalten sich Personen in Extremsituationen und wie gehen sie damit um? Das ist eine weitere Frage, die sich stellte. Sind wir in der Lage, vorhandenes Halbwissen in Ergebnisse umzusetzen oder verzweifeln wir daran? Was passiert, wenn alles, was bisher unser Leben bestimmte und es komfortabel machte, nicht mehr existiert, wenn Überleben zum primären Lebensinhalt wird, wenn alle Fürsorge und Technik, die das heutige Leben bestimmt von heute auf morgen nicht mehr existent ist, wenn das Überleben der nächsten Tage nicht mehr sicher ist und alles um uns herum fremd und unwirklich ist?


Der Flug ABC 345 gerät in Turbulenzen Mit einem Mal wird alles dunkel. Nach Dunkelheit und Stille erwachen die Passagiere und finden sich in einer unbekannten Umgebung wieder. Zu diesem Zeitpunkt ist keinem klar, dass sie sich nicht mehr auf der Erde befinden. Bis heute ist nicht geklärt, was sie auf diesen erdähnlichen Planeten verschlagen hat, den sie später einmal Entaris taufen sollten. Was auf diesem Flug passierte, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Das Flugzeug nebst Gepäck blieb verschwunden; es blieb nur das, was man am Leibe trug und sich in den Taschen befand.


Trotz der vorherrschenden Verwirrung und der noch immer vorhandenen Agonie gilt es zuerst, das Überleben zu sichern, die nächsten Tage zu überleben – noch glaubte man ja an eine Rettung - und die nähere Umgebung zu erkunden. Die Hauptgeschichte entsteht.


Die ursprüngliche Idee, die Handlung ca. 700.000 Jahre in der Erdgeschichte nach vorne zu verlegen, wurde im Laufe der Diskussion wieder fallen gelassen, da man sich, das Umfeld betreffend, in einem engen Korsett der Realitäten bewegen muss. Auf einem eigenen Planeten besteht mehr „künstlerische Freiheit“, auch wenn nicht alle physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt sind. Primär geht es ja nicht darum, einen Fantasy-Erzählung zu produzieren, was zugegebenermaßen auch einen gewissen Reiz beinhaltet.


Die Wahl des Themas kam aber nicht von ungefähr. Man kann eine eigene Welt entstehen lassen, quasi ein soziales und an manchen Stellen vielleicht auch asoziales Biotop. Braucht man ein Beziehungsdrama, lässt man z.B. zwei befreundete Ehepaare „stranden“, die eine gegenseitige Beziehung haben. Wird eine Liebesgeschichte benötigt, nimmt man die entsprechenden Protagonisten in die Gruppe auf. Zur Realisierung der Geschichten wird auch eine bestimmte Gruppengröße benötigt. Allerdings auch, um genug Spielraum für Veränderungen (Ausfälle) zu haben. Gruppen können sich trennen, es kann Expeditionen geben, man könnte auf „Bewohner“ treffen, etc.


Freude von Abenteuergeschichten teilen mit Sicherheit die Auffassung, dass man den ganz profanen Alltag und den täglichen Kampf ums Überleben sehr spannend erzählen kann. Wie kriegt man ein Dach über den Kopf, wenn es nur ein Taschenmesser gibt? Wie verschaffe ich mir Kleidung, Vorräte für den Winter (sofern es einen gibt, das steht ja nicht fest).  Das alles sind Räume für Perspektiven, vor allem dann, wenn einige Protagonisten ganz unterschiedliche Charaktere aufweisen und vor allem auch wegen der Frage, wieviel Ballast, Normen, Vorurteile und Denkweisen aus dem bisherigen Leben hierher übertragen werden.  Wer übernimmt Führungsrollen, wer ist resigniert?
Am Anfang sollen alle mit der gleichen Geschichte starten. Die ersten Wochen sollen aus verschiedenen Perspektiven mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu erzählen.


Danach könnte es zu Spaltungen oder Expeditionen kommen, wer kann das jetzt schon sagen, was in Zukunft passiert, sich einiges auseinanderentwickeln; neue Geschichten und Handlungsstränge entstehen, neue Protagonisten treten in den Vordergrund, neue Landschaften werden erkundet, viel Neues wird entdeckt, neue Perspektiven entstehen. Entaris entwickelt sich.

Aus diesem Grunde ist auch die Notwendigkeit von Storybooks gegeben, welches zumindest die großen Handlungsstränge definiert. Erzählt man nur eigenen Geschichten, ist es nichts weiter als eine Sammlung von Geschichten und nicht die Erzählung aus verschiedenen Perspektiven. Ein großer Teil der ursprünglichen Intension würde dadurch verloren gehen. Ergo gilt es erst einmal sich kollektiv auf diesen zu einigen, ohne Details festlegen zu müssen. Einigkeit muss im Vorfeld auch über die generelle Beschaffenheit des Planeten bestehen: Klima, Flora, Fauna. Wie lange sind Tage und Nächte, etc.? Der Eisberg in der Wüste ist nicht geplant. Da fast der komplette Planet unbekannt ist, bleibt der Raum für Phantasie nahezu uneingeschränkt erhalten. Anders ist nur, dass man diese frühzeitig mit Gruppe teilen muss, was mehr Vor- als Nachteile hat. Ein Vorstellung, wie der Planet aussehen könnte, findet sich hier.

Nachdem die Flugnummer bekannt ist, gilt es als nächstes zu recherchieren, wer sich alles an Bord von Flug ABC 345 befunden hat. Danach kann Entaris entdeckt werden.